In Zeiten von Corona hat sich die Arbeit der Ginsheim-Gustavsburger Tafel stark verändert. Um weiterhin die Sicherheit für Tafelkunden und Helfer/-innen nicht zu gefährden, waren tiefgreifende Umstrukturierungs- und Organisationsmaßnahmen erforderlich. Mit Hilfe der Aktion Mensch konnte ein neues Konzept entwickelt und eingeführt werden. Dafür möchte sich die Tafel Ginsheim-Gustavsburg herzlich bedanken.

Seit Ausbruch der Corona-Krise ist die Tafel Ginsheim-Gustavsburg mit einer völlig veränderten Situation konfrontiert. Zu Schutz der bedürftigen Menschen und der ehrenamtlichen Helfer/-innen vor Ansteckung wurde die Tafel mit ihren drei Ausgabestellen vorübergehend geschlossen. 

Mehr als die Hälfte aller ehrenamtlichen Helfer-/innen der Tafel sind über 60 Jahre und/oder gehören aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Sie mussten ihre ehrenamtliche Tätigkeit umgehend beenden. Denn: Bei den Tafeln kommen während der Lebensmittelausgabe und auch bei anderen Tafelveranstaltungen Menschen auf engem Raum zusammen, eine Situation die angesichts der gefährlichen Virusverbreitung nicht mehr haltbar war. Gemeinsame Aktivitäten wie das Kochen und gemeinsames Essen aber auch die persönliche Beratung Hilfesuchender in Notsituationen konnten nicht mehr in vertrauter Form durchgeführt werden. Kinderbetreuungsmaßnahmen, Nachhilfe und Musikunterricht mussten ausgesetzt werden.

Um alle Beteiligten zu schützen und gleichzeitig aber die Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen aufrecht zu erhalten, waren daher tiefgreifende Umstrukturierungs- und Organisationsmaßnahmen erforderlich. Ein neues Konzept musste entwickelt werden und es waren viele Anschaffungen zu tätigen, um eine kontaktarme Lebensmittelausgabe zu gewährleisten.  Zu klären war außerdem, welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen, um möglichst viele der Tafelgäste weiterhin zu versorgen und bei Bedarf gesondert zu betreuen. Die größte Frage war aber, wie die Tafel an neue ehrenamtliche Helfer/ -innen kommen sollte.

Um all diese Probleme lösen zu können, richtete sich die Tafel Ginsheim-Gustavsburg an die Aktion Mensch. Und hatte damit Erfolg: Die Hilfsorganisation sagte Ihre Unterstützung zu und alle Änderungen konnten durchgeführt werden

So sieht das neue Angebot der Tafel in Zeiten der Coronakrise aus:

  • an drei Ausgabestellen werden kontaktarm im Freien die Lebensmittel ausgegeben, welche vorher von ehrenamtlichen HelferInnen in Kartons und große Tüten verpackt worden sind. An jedem der vier Tage wird für jeweils 50 Haushalte je ein Karton zur Verfügung gestellt. Damit erreicht die Tafel ca. 600-700 Personen wöchentlich.
     
  • älteren und kranken Tafelkunden werden die Lebensmittel ins Haus geliefert unter Beachtung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen
     
  • Beratungs- und Unterstützungsgespräche erfolgen telefonisch und schriftlich
     
  • über Social Media und Printmedien wird die Öffentlichkeit über die Umorganisation informiert
     
  • neue junge ehrenamtliche Helfer/innen werden akquiriert und ersetzen die Risikogruppe der ehrenamtlichen älteren Damen
     

Die Erfahrungen in der Krisenphase werden immer wieder ausgewertet. Bei Bedarf werden Neuanpassungen vorgenommen, Gelerntes wird umgesetzt und die Tafel hofft, dauerhaft neue Helfer/-innen zu gewinnen. So kann der Umstellungsprozess bis zum Wiedereintritt des Normalbetriebs zielführend bewältigt werden.